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21.04.2016 10:05 Uhr 
Pressemitteilung

Großes Interesse am Vortragsthema „Dissoziales Verhalten - ausgeprägte Impulsivität - externalisierendes Verhalten“ im Leopold-Hoesch-Museum Düren

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Foto (© K. Erdem) v.l.: Dr. med. Bodo Müller (Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie St. Marien-Hospital Düren), Dr. med. Frank Paulus (ltd. Psychologe der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Universitätsklinikum des Saarlandes), Dr. med. Dirk Mundt (Chefarzt Sozialpädiatrisches Zentrum St. Marien-Hospital Düren) und Dr. med. Stefan Grothe (ltd. Oberarzt Sozialpädiatrisches Zentrum St. Marien-Hospital Düren)
Weitläufiges Thema - Sozialpädiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie im St. Marien-Hospital arbeiten zusammen

Traditionell laden Dr. med. Bodo Müller, Ärztlicher Direktor des St. Marien-Hospitals Düren und Chefarzt der dortigen Kinder- und Jugendpsychiatrie, und Dr. med. Dirk Mundt, Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) am St Marien-Hospital Düren, zu einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der beiden Fachabteilungen ein, die jedes Jahr von zahlreichen Interessierten unterschiedlicher Berufsgruppen besucht wird. Thema in diesem Jahr war „Dissoziales Verhalten - ausgeprägte Impulsivität - externalisierendes Verhalten“ bei Kindern und Jugendlichen.
Bei Entwicklungsstörungen liegt häufig nicht ein klar umrissenes Krankheitsbild allein vor, sondern Begleiterkrankungen kommen hinzu. So kann ein Kind mit Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) weitere Auffälligkeiten zeigen, etwa aggressive Verhaltens-, Lese-Rechtschreib- oder Angststörungen sowie starke Impulsivität. Grundlagen dazu erläuterte Dr. med. Stefan Grothe, Leitender Oberarzt des SPZ am St. Marien-Hospital Düren.
Da Krankheiten und verwandte Gesundheitsprobleme international statistisch klassifiziert sind, betrifft dies auch die psychischen und Verhaltensstörungen. Diese Klassifikation (ICD-10) wird zurzeit überarbeitet, wodurch neue Diagnosen hinzukommen können. Im Klassifikationssystem der Amerikanischen Psychiatrieassoziation (APA) ist unter anderem die “Disruptive Mood Dysregulation Disorder (DMDD)“ neu hinzugekommen. Diese Störung kann im Alter zwischen 6 und 17 Jahren diagnostiziert werden, wenn schwere wiederkehrende Wutausbrüche vorliegen, die sich verbal (z. B. Beschimpfungen) und/oder im Verhalten (z. B. physische Gewalt gegen Menschen oder Dinge) manifestieren, die in der Intensität oder Dauer der Situation oder Provokation deutlich unangemessen sind. Diese Diagnose wird in Europa kontrovers diskutiert, worauf Dr. Müller in seinem Vortrag mit dem Untertitel „Die zukünftige Mode-Diagnose?“ einging. Noch ist unklar, ob diese Diagnose auch im internationalen Klassifikationssystem (ICD-11) aufgenommen wird. Hintergrund für die Einführung der Diagnose DMDD in Amerika ist, dass sich Symptome von ADHS und bipolarer Störung überschneiden können bzw. Kinder weitreichendere Merkmale als für die Diagnose ADHS haben, aber keine bipolare Störung ermittelbar ist. Die neue Diagnose könnte die hohe Anzahl an seit den 1990er Jahren gestellten Diagnosen von bipolaren Störungen bei Kindern, wie sie vor allem in den Vereinigten Staaten gestellt werden, vermeiden. Da ADHS und bipolare Störungen unterschiedlich behandelt werden und auch verschiedene Prognosen beinhalten, die bei einer bipolaren Störung meist schlechter sind, ist es wichtig, zu ermitteln ob eine starke Stimmungsschwankung eher ein ADHS-Merkmal darstellt oder etwa als affektive Störung, also eine Störung der Stimmungsregulation, eingeordnet werden muss. Je präziser eine diagnostische Zuordnung erfolgt, je gezielter können Therapien gegen die Verhaltensstörungen entwickelt und eingesetzt werden. Kritisch wird gesehen, dass es bisher nur eine geringe Anzahl an Studien zu der neuen Diagnose DMDD gibt.
Herr Dr. Frank Paulus, Leitender Psychologe der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Universitätsklinikum des Saarlandes, informierte anschließend über „ADHS und ODD im Vorschulalter – und deren Behandlung mit Eltern-Kind-Interaktionstherapie“. ODD ist die Abkürzung für Oppositional defiance Disorder, eine Störung des Sozialverhaltens, die durch trotziges Verhalten gekennzeichnet ist. Auch hier gibt es Überschneidungen der Symptomatik zu ADHS. Bei der Eltern-Kind-Interaktionstherapie wird die Wechselbeziehung zwischen Eltern und ihrem Kind beobachtet. Eltern werden beraten, wie sie auf verschiedene Verhaltensweisen reagieren sollen.

Dr. Mundt referierte zum Abschluss über „Neue medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bei externalisierendem Verhalten“.
Das Themengebiet „Dissoziales Verhalten - ausgeprägte Impulsivität - externalisierendes Verhalten“ präsentierte sich weitläufig, mit vielfältigen Ursachen und weitreichenden psychosozialen Auswirkungen.
Impulsives Verhalten stellt die Bezugspersonen der Kinder vor pädagogische und emotionale Herausforderungen. Außerdem stellt sich bei der Definition einer Störung mit Krankheitswert auch immer die Frage zu gesellschaftlichen Normen von Normalität.
Ärzte/Ärztinnen, Psychologen/Psychologinnen, Kinder- und Jugendpsychiater/-innen, Psychiater/Psychiaterinnen, Sozialpädagogen/-pädagoginnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Kindertageseinrichtungen und des Jugendamtes sowie des Schul- und Gesundheitsamtes, Erzieher und Erzieherinnen, Lehrer/Lehrerinnen nehmen die Fortbildung der beiden Fachabteilungen Kinder- und Jugendpsychiatrie und SPZ des St. Marien-Hospitals jedes Jahr interessiert wahr. Denn der gesamte Weg bis zur Feststellung, welche Erkrankung oder welches Syndrom/welche Störung vorliegt, ist ein aufwendiger Prozess und erfordert in der Regel die enge Zusammenarbeit eines multiprofessionellen Teams.



Autor/Verantwortlicher:
Kaya Erdem
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Holzstraße 1
52349 Düren
E-Mail: kerdem@ct-west.de

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